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Waschmaschinen Energielabel: Infos im Überblick

Ein einheitliches Energielabel für Waschmaschinen ist in der EU Pflicht, um verlässliche Angaben zu vergleichen. Das Energieetikett muss z.B. im Handel deutlich bei den einzelnen Waschmaschinen sichtbar sein. Seit dem 01.03.2021 sind Format und Größe durch eine EU Verordnung neu vorgeschrieben. Aber wie liest man dieses EU Energielabel? Wir haben das Etikett mit Erklär-Markierungen versehen. So lässt es sich leichter nachvollziehen.

Das bedeuten die Angaben auf dem neuen Waschmaschinen Energieetikett

Neues Waschmaschinen Energielabel ab 2021

  1. Name des Herstellers und genaue Modellbezeichnung
  2. Energieeffizienzklasse des Geräts. Links daneben zur besseren Einordnung: Farbskala der Klassen von A (höchste Effizienz) bis G (geringste Effizienz).
  3. Genormter Energieverbrauch angegeben in kWh pro Jahr – berechnet auf Basis von 100 Durchgängen im Jahr im Programm Eco.*
  4. Maximale Füllmenge in kg gemäß EU-Vorgabe
  5. Programmdauer (Eco*) gemäß EU-Norm
  6. Wasserverbrauch bei genormter Nutzung, gemessen in Liter. Die Rechnung basiert auf 100 Durchgängen des Eco-Programms.*
  7. Schleuderwirkungsklasse von A (beste) bis G (schlechteste). Die jeweils zutreffende Angabe ist größer geschrieben.
  8. Lautstärke in dB(A) re 1 pW beim Schleudergang. Je höher der Wert, desto lauter. Darunter die Klassifizierung. Auch hier ist der zutreffende Wert größer geschrieben.
  9. QR-Code, um die Angaben des Labels z.B. per Smartphone abzurufen und in Apps zu nutzen.

* Das Eco Programm ist geeignet, um normal verschmutzte Wäsche aus Baumwolle, Leinen oder Mischgewebe zu reinigen. Das Pflegesymbol dieser Textilien muss eine erlaubte Waschtemperatur von 40 °C oder 60 °C angeben.

Im Vergleich: Das alte Energielabel

Mit Übergangsphase bis zum 18.03.2021 erlaubt: So sah das alte Energieetikett für Waschmaschinen aus – und das bedeutete es.

Waschmaschinen Energieetikett Erklärung: Das bedeuten die Angaben des EU-Labels

  1. Name des Herstellers und genaue Modellbezeichnung
  2. Energieeffizienzklasse des Geräts
  3. Farbskala der Klassen zur besseren Einordnung, von A+++ bis D
  4. Genormter Energieverbrauch innerhalb eines Jahres, angegeben in kWh/Jahr
  5. Jährlicher Wasserverbrauch bei einer genormten Nutzung, gemessen in Liter/Jahr.
  6. Maximale Füllmenge in kg, bezogen auf Baumwolle
  7. Schleuderwirkungsklasse von A (beste) bis G (schlechteste). Die jeweils zutreffende Angabe ist größer geschrieben.
  8. Lautstärke in dB, separat für den Waschgang und beim Schleudern angegeben. Je höher der Wert, desto lauter.

Hinweise zu Energieeffizienzklasse, Waschwirkung und Schleudereffizienz

Hier werfen leider immer noch viele Händler einige Begriffe durcheinander. Diese klingen zwar ähnlich, aber machen doch Angaben über unterschiedliche Dinge. Deshalb eine kurze Aufklärung, worauf Sie achten sollten.

Effizienzklasse

Die Energieeffizienz gibt an, wie viel Strom eine Maschine verbraucht, um eine bestimmte Anzahl von verschiedenen, genormten Waschgängen durchzuführen.

Für eine leichtere Vergleichbarkeit hat man die Energieeffizienz in mehrere Energieeffizienzklassen („EEK“) unterteilt.

  • Jede Effizienzklasse erhielt zunächst einen Buchstaben zwischen A und G. Da die Effizienz immer weiter gesteigert werden konnte, wurden bis 2021 weitere Klassen oberhalb von A eingeführt. Diese trugen ein oder mehrere Pluszeichen.
    • Mit den neuen Energieeffizienzklassen, die seit 01.03.2021 gelten, gibt es nur noch die Buchstaben A bis G, ohne Zusatzzeichen. Die Anforderungen von A sind aber deutlich höher als bei dem alten A+++.
    • Zuvor galt: A+ war um 13% effizienter als A. Des Weiteren war A++ sparsamer als A+, und A+++ als beste Klasse nochmals verbrauchsärmer als A++ (sowie 32% sparsamer als A). Wichtig: Die alte Effizienz­klasse bezog sich exakt auf die Programme „40 Grad Baumwolle“ und „60 Grad Baumwolle“ mit voller sowie halber Beladung, wie es EU Verordnung Nr. 1061/2010 vorschreibt.
  • Die Energieeffizienzklasse gibt keinen Hinweis darauf, wie hoch der Energieverbrauch bei anderen Programmen ist. Die Bedienungsanleitungen vieler Waschmaschinen nennen aber Verbrauchswerte auch zu weiteren Programmen.
  • Zudem können auch die tatsächlichen Stromkosten im Alltag abweichen.
  • Die EEK-Angabe dient daher vor allem dem Vergleich zwischen verschiedenen Geräten.

Für möglichst hohe Energieeffizienz setzen Hersteller vermehrt auf kälteres Wasser und größere Trommeln.

  • Geringere Hitze: Denn ein Großteil des Stromverbrauchs ist für das Aufheizen des Wassers erforderlich. Um trotzdem richtig zu reinigen, laufen die Programme immer länger. Denn dadurch können die Tenside und die chemischen Wirkungen des Waschmittels intensiver auf die Textilien einwirken. Wie mehrere Tests feststellten, ist die Programmlaufzeit bei sehr sparsamen Geräten inzwischen sehr lang. Öko-Programme dauern dabei oft mindestens 2 Stunden bei ca. 60°C – oder sogar häufig über 3 Stunden bei ca. 40°C.
  • Größere Trommeln: Vor allem Maschinen mit sehr großen Trommeln erzielen eine hohe maximale Effizienz. Denn ob ein Gerät z.B. 10 oder 11 kg wäscht, bedeutet oft nur geringen Mehraufwand. Bei geringer Füllmenge kann daher eine kleinere Maschine durchaus weniger Energie verbrauchen – trotz schlechterer Effizienz.

Energieverbrauch

Bezeichnete auf dem alten EU Energielabel den Stromverbrauch einer Waschmaschine pro Jahr.

Der Wert ergab sich aus einer festgelegten Anzahl von genormten Programmdurchläufen. Gemäß EU-Verordnung 1061/2010 vom 28. September 2010 basieren die Verbrauchsangaben auf 220 Wäschezyklen mit anteilig voller und halber Beladung im Baumwollprogramm.

  • 2 x 60 °C Baumwolle, vollbeladen
  • 2 x 60 °C Baumwolle, halbbeladen
  • 3 x 40 °C Baumwolle, halbbeladen

Die Einheit kWh/a bedeutet „Kilowattstunden pro Jahr“. Dabei steht „a“ für „annum“ (lateinisch: „Jahr“).

Verbrauch und Effizienz: die Unterschiede

Bessere Energieeffizienz bedeutet nicht unbedingt weniger Verbrauch im Alltag. Denn die Effizienz bezieht sich nur auf den Verbrauch bei voller und halber Befüllung – und zwar gemessen im Verhältnis zur eingelegten Wäschemenge.

Rechenbeispiel

  • Maschine A fasst 10 kg Wäsche. Sie verbraucht pro kg 1,0 kW. Bei halber Befüllung verbraucht sie pro kg 2,0 kW.
  • Maschine B fasst 5 kg Wäsche. Sie verbraucht pro kg 1,2 kW. Bei halber Befüllung verbraucht sie pro kg 2,4 kW.
  • Dadurch erreicht Maschine A eine höhere Energieeffizienz als Maschine B.
  • Wäscht man 5 kg mit Maschine A, verbraucht sie 5x 2,0 kW = 10,0 kW.
  • Wäscht man 5 kg mit Maschine B, verbraucht sie 5x 1,2 kW = 6,0 kW.
  • Für wenig Wäsche ist in solch einem Fall die kleinere Maschine sparsamer, obwohl die größere die bessere maximale Energieffienz bietet.

Der konkrete finanzielle Vorteil hängt dabei immer von den aktuellen Stromkosten ab. Daher kann man nur individuell ausrechnen, inwiefern sich die Anschaffungskosten für effizientere Waschmaschinen lohnen.

Schleuderwirkungsklasse

Die Schleuderwirkungsklasse auf dem Energielabel gibt an, wie wirkungsvoll der Schleudergang die Feuchtigkeit aus den gewaschenen Textilien befördert. Für den Vergleich aller Modelle hat man dafür Klassen von A (beste) bis G (schlechteste) eingeführt.

Relevant ist die Schleuderwirkung zum einen, da man ungern triefend nasse Wäsche aus Waschmaschinen entnimmt. Zum anderen bedeutet jedes Prozent mehr Restfeuchte aber auch einen höheren Energieaufwand z.B. für einen Wäschetrockner. Die Schleuderwirkung hängt übrigens nur zum Teil von der Schleuderdrehzahl ab, im Sprachgebrauch auch „Schleudertouren“ genannt. Diese berechnet man in „Umdrehungen pro Minute“, abgekürzt U/min oder auch upm.

Wie misst man die Schleuderwirkung?
Man wiegt die trockene Textilien vor der Wäsche sowie die feuchte Wäsche nach dem Waschgang. Daraus ermittelt man, um wieviel Prozent das Gewicht der Kleidung gestiegen ist. Für die alte Klasse „A“ durfte die Zunahme höchstens 45% betragen, für Klasse „B“ zwischen 45%-54% usw.

Unterschied zur Schleudereffizienz

Die Schleudereffizienz hingegen besagte auf dem alten Etikett, mit wie viel energetischem Aufwand eine bestimmte Schleuderleistung, d.h. Trockenwirkung, erreicht wurde. Zum schnelleren Vergleich gab es feste Schleudereffizienzklassen. Sie unterteilten die Schleudereffizienzwerte in Klassen von A (höchste Effizienz) bis G (geringste Effizienz).

Wasserverbrauch

Die Messung des jährlichen Norm-Wasserverbrauchs erfolgte in der bis 2021 gültigen Designverordnung anhand standardisierter Waschzyklen. Die Angabe basierte auf 220 Wäschen in den Baumwollprogrammen 60° und 40°, die teils bei vollständiger und teils bei halber Befüllung abliefen.

In den letzten Jahren ist der jährliche Wasserverbrauch bei guten neuen Maschinen durchschnittlich deutlich gesunken. Eine volle Maschine benötigt bei 40°C Buntwäsche laut einem neueren Test nur noch ca. 55-80 Liter Wasser und etwa 0,7-1,0 kWh Energie. Früher waren im selben Programm etwa 100 Liter und doppelt soviel Energie erforderlich.

Fassungsvermögen

Auch die Füllmenge eines Waschautomaten ist genormt. Diese sogenannte Nennkapazität wird aber nicht etwa in Litern gemessen, also nach dem Hohlraum in der Waschtrommel. Stattdessen bezeichnet er die maximal mögliche Beladung mit Baumwolle in einem bestimmten Programm. Daher gilt das angegebene Fassungsvermögen nicht für jeden Wäschetyp. Im Alltag spielt es also oft gar keine direkte Rolle. Es sein denn, man nutzt genau dasjenige Programm, nach dem der Wert berechnet wurde. Dennoch ist die Angabe auf dem Energielabel eine gute ungefähre Orientierung, ob in eine Waschtrommel eher mehr oder eher weniger passt.

  • Faustformel: Pro Person im Haushalt sollte das Fassungsvermögen ca. 2,5 kg betragen, damit sich keine Berge vor dem Frontlader oder dem Toplader türmen.
  • Tipp: Nehmen Sie die Nennkapazität nicht zu wichtig – auch mit unterdurchschnittlichen Angaben wie etwa „5kg“ kann man durchaus die Schmutzwäsche einer durchschnittlichen Pärchenwohnung reinigen. Diese Modelle punkten beim Kauf zudem oft mit einem niedrigen Preis. Wenn Sie möglichst kleine Geräte suchen, sollten Sie sich alternativ auch über Mini-Waschmaschinen informieren.

Waschwirkungsklasse

Wie sauber kommt die Wäsche aus der Waschtrommel? Diese Frage beantwortete früher die Waschwirkungsklasse zumindest nach optischen Kriterien. Mit ihrer Hilfe konnte man bereits ahnen, wie stark ein Programmdurchlauf zuvor schmutzige Wäsche aufhellte. Die beste Einstufung lautete A, die schlechteste G.

Lautstärke

Wie laut Hauptwaschgang sowie im Schleudergang arbeiten, gab das Etikett bis März 2021 mit zwei dB(A)-Werten an.

Was bedeutet dB?

„dB“ ist die Abkürzung für „deziBel“, die physikalische Maßeinheit für Schalldruck. Je höher der Wert, desto lauter ist das Gerät.

Die Angabe in dB(A) wiederum bezieht sich auf einen „angepassten“ Schalldruck, d.h. dabei wird die anatomische Form des menschlichen Ohrs stärker berücksichtig. Die Angabe in dB(A) gibt also nicht die absolute Lautstärke des Geräts an, sondern das Maß an Lautstärke, das vom menschlichen Ohr wahrgenommen wird.

Wie laut sind wieviel dB(A)?

Die meisten Waschmaschinen weisen je nach Programm zwischen 50 und 80 dB(A) auf. Vergleichswerte:

  • 40 dB(A) sind typisch für eine leise Unterhaltung,
  • 50 für eine normale Unterhaltung
  • 60 für eine laute Unterhaltung
  • 70 für Haushaltslärm
  • 80 für Schreien.
  • Ab 85 dB(A) ist am Arbeitsplatz das Tragen von Hörschutz vorgeschrieben.

EU-Normen für Angaben und Gestaltung

Wie das Energielabel gestaltet sein muss und welche Werte z.B. hinter den verschiedenen Energieeffizienzklassen stehen, ist EU-weit genau definiert. Die EU Verordnung Nr. 1061/2010 legte für Hersteller amtlich fest, welche Eigenschaften seiner Waschmaschinen er bekanntmachen musste, wie diese zu bezeichnen und – bei Messwertangaben – wie diese exakt zu ermitteln waren. Diese festen Anforderungen machten die Angaben auf dem Energielabel verlässlich, vergleichbar und nachprüfbar.

DIN EN 60456

Bei Waschmaschinen galt für die Angaben auf dem  bis 2021 gültigen Energielabel die Norm DIN EN 60456. Diese Norm trägt die Bezeichnung „Waschmaschinen für den Hausgebrauch – Verfahren zur Messung der Gebrauchseigenschaften“. Sie ist die Prüfgrundlage für den angegebenen Energieverbrauch, Wasserverbrauch und alle weiteren Werte. DIN EN 60456 macht Prüfinstituten detaillierte Vorgaben, welche Temperatur, Wasserdruck, Wasserhärte, Textilienart und z.B. auch welche Anzahl von Textilien bei der Ermittlung der Angaben eingesetzt werden sollen.

Auch bei der Ermittlung der eigentlichen Waschwirkung spielt DIN EN 60456 eine große Rolle. Die Waschwirkung steht zwar nicht auf dem Energielabel. Aber eine Mindestwaschwirkung ist europaweit in der sogenannten „Ökodesign-Richtlinie“ festgeschrieben. Und hierzu macht die DIN-Norm genaue Prüfvorgaben, wie die Waschwirkung anhand einer genormten Anschmutzung mit Hautfett, Ruß/Mineralöl, Rotwein, Blut und Kakao am Ende des Waschprogramms ermittelt werden soll.

Was bedeutet DIN?
Das DIN (Deutsches Institut für Normung e.V.) sitzt in Berlin und ist privatwirtschaftlich organisiert, mit dem rechtlichen Status eines gemeinnützigen Vereins. Im Rahmen des DIN erarbeiten Vertreter von Herstellern, Handel, Wissenschaft, Prüfinstituten, öffentlicher Hand und Verbraucherseite im Konsens Normen.

Alternativen zum Energieetikett?

  • Neben den EU-Labeln bieten Testmagazine oft sehr genaue Angaben zu den untersuchten Geräten. Zum Beispiel die Magazine „test“ und „ETM Testmagazin“. Allerdings unterscheiden sich je nach Testbericht oder Anbieter die konkreten Untersuchungsdisziplinen.
  • Speziell für Fragen der Energieeffizienz gibt es zudem die Seite EcoTopTen. Diese präsentiert regelmäßig ökologisch vorteilhafteste Waschmaschinen. Gewertet wird nach bestimmten Kriterien aus Sicht der EcoTopTen Redaktion.
  • Nicht zuletzt findet man auch auf der Herstellerseite oft umfangreiche Technikangaben. Dabei sollte man darauf achten, ob diese nach einem Normverfahren angegeben sind. Sonst sind sie schlecht mit Modellen anderer Hersteller vergleichbar.