Elektrogeräte : Warmwasserspeicher : Opferanode für den Warmwasserspeicher

Opferanode für den Warmwasserspeicher

Was ist eine Opferanode?

Eine Opferanode schützt emaillierte Warmwasserspeicher in ihrem Inneren vor Korrosion. Es handelt sich dabei um ein kleines Magnesium-Bauteil, das als Stab, Teller oder Welle geformt ist. Bei einem Warmwasserspeicher aus Edelstahl ist dieses auch „Schutzanode“ genannte Element nicht erforderlich.

Warum benötigen emaillierte Warmwasserspeicher eine Opferanode?

Die Emaille im Warmwasserspeicher fungiert als Schutzschicht für die eigentliche Speicherwand aus eisenhaltigem Stahl. Die Emaillierung weist jedoch immer Unvollkommenheiten auf. Darüber hinaus lassen Temperaturschwankungen die Emailleschicht arbeiten, d.h. dehnen und schrumpfen. Das führt zu weiteren kleinen Rissen im Emaille.  

  • Die Folge: Das unter dem Emaille liegende Eisen kommt mit Wasser und Sauerstoff in Kontakt und würde ohne Opferanode zu korrodieren beginnen. 
  • Genau davor schützt man das Eisen des Warmwasserspeicher aber, indem man stattdessen eine Magnesiumanode korrodieren lässt – man „opfert“ also diese Anode zugunsten des Eisens.

So schützt die Anode den Warmwasserspeicher im Detail

Das Magnesium der Schutzanode ist ein unedleres Metall als Eisen, dadurch setzt Korrosion dort bevorzugt an. Denn der Sauerstoff des Trinkwassers verbindet sich leichter mit den Elektronen des Magnesiumstabs als mit denen des Stahltanks. Dadurch fällt Rost nicht am ungeschützten Material des Wasserspeichers an, sondern die Anode oxidiert. Bevor diese komplett verbraucht ist, muss man sie austauschen.

Auch der Warmwasserspeicher besteht aus einem metallischen Material. In Kombination mit dem Wasser und dem im Tank vorhandenen Sauerstoff, würde es im Laufe der Zeit zur Korrosion des Materials kommen, was den Speicher beschädigt. Er müsste also erneuert werden und dies zu einem recht hohen Preis.

Magnesium-Opferanode: Vorteile und Nachteile

Vorteile 

  • Schutz vor Korrosion emaillierter Warmwasserspeicher
  • Schutz vor häufigerem Austausch emaillierter Trinkwasserspeicher  
  • Relativ einfacher Austausch innerhalb weniger Minuten
  • Niedrige Materialkosten für Ersatz-Magnesiumanoden 

Nachteile

  • Austausch durch Installateur bzw. Heizungsbauer nötig, um Beschädigungen zu vermeiden
  • Erneuerung meist nach zwei Jahren erforderlich
  • Erhöhte Warmwasserspeicher-Kosten durch regelmäßige Prüfung und Austausch der Schutzanode 

Wie oft muss ich die Opferanode wechseln?

Das ist abhängig von Sauerstoffgehalt, Umfang der Wasserbewegungen und Beschädigungen der Emailleschicht. Als Faustregel kann man mit zwei Jahren kalkulieren. Bei stark sauerstoffhaltigem Wasser ist der Wechsel auch häufiger erforderlich. Doch auch bis zu fünf Jahre gelten als durchaus mögliche Nutzungsdauer. Daher sollten Sie möglichst häufig den Zustand der Opferanode prüfen.

Prüfung durch Fachmann oder anhand einer Signalanode

Die Prüfung der Schutzanode kann entweder ein Fachmann vornehmen – oder Sie verwenden eine sogenannte Signalanode. Das ist eine Opferanode mit integriertem Signalgeber. Bei diesem Modell signalisiert die Anode den erforderlichen Wechsel z.B. durch eine geänderte Farbe.

Alternativen zur Opferanode

Anstelle einer Opferanode können Sie auch eine „Fremdstromanode“ verwenden. Diese ähnelt in der Form der klassischen Magnesiumanode, wird aber mit elektrischem Strom versorgt. Daraus bezieht sie immer neue Elektronen für die chemische Reaktion mit Sauerstoffmolekülen. Der Austausch dieser Fremdstromanode ist wesentlich seltener erforderlich. Allerdings ist ihr Anschaffungspreis höher und sie verursacht zusätzliche Stromkosten.